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Quartierschutz für Nordfledermaus und Kleine Hufeisennase

Ausgangssituation

Nordfledermaus
Nordfledermaus  © Raimund und Elke Franke

Die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und die Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) sind, wie alle in Europa heimischen Fledermäuse, nach Anhang IV der FFH-Richtlinie streng geschützte Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse. Darüber hinaus trägt Sachsen eine besondere Verantwortung für diese beiden Arten, denn überregional bedeutsame Vorkommen der Nordfledermaus liegen im Erzgebirge und Vogtland und der Kleinen Hufeisennase in Osterzgebirge und Sächsischer Schweiz.

Die Kleine Hufeisennase und die Nordfledermaus gehören beide zu den gebäudebewohnenden Fledermausarten. Damit sind sie besonders durch Renovierung/Umbau/Umnutzung/Abriss »ihrer« Gebäude betroffen, denn meist gehen dadurch die Fledermausquartiere verloren. Sind sie selbst gerade anwesend, können sie verletzt oder getötet (zum Beispiel eingeschlossen) werden. Außerdem werden sie durch Störungen in ihren Gebäudequartieren beeinträchtigt. Sie benötigen daher auch Ausweichquartiere in der weiteren Umgebung (Verbund von Quartieren ist wichtig). Der Quartierschutz ist somit für beide Arten überlebenswichtig. Jedoch haben die Arten sehr unterschiedliche Ansprüche an ihre Quartiere. Die Kleine Hufeisennase ist freihängend und bevorzugt im Sommer warme, großräumige, zugluftfreie Dachböden oder beheizte Keller mit freiem Einflug. Im Gegensatz dazu kriechen die Nordfledermäuse in enge Spalten hinter Schiefer- oder Holzverkleidungen von Fassaden oder Schornsteinen. Winterquartiere befinden sich hauptsächlich in unterirdischen Kellern, Bergwerken oder Stollen.

Kleine Hufeisennasen kopfüber an einem Holzbalken hängend
Kleine Hufeisennasen kopfüber an einem Holzbalken hängend  © Jens Teubner

Projektziele

Die Koordinierungsstelle des Kompetenznetzes »Quartierschutz für Nordfledermaus und Kleine Hufeisennase« befördert wichtige Aktivitäten in der Region Erzgebirge-Vogtland. Um das große Projektziel, den Quartierschutz, umzusetzen, müssen artspezifische Maßnahmen entwickelt werden.

Bei der Kleinen Hufeisennase sind die Quartiere zum größten Teil bekannt. Hier stehen die Objektsicherung und, wo dies nicht möglich ist, die Schaffung eines Ausweichquartieres im Vordergrund. Bei der Nordfledermaus sind die Kenntnisse über ihre Quartiere noch unzureichend. Daher ist es eine Hauptaufgabe, Quartiere (Quartierverbünde) zu finden und diese Quartiere anschließend zu sichern.

Für die Sicherung von Fledermausquartieren ist es entscheidend, dass sie regelmäßig durch sogenannte Quartierbetreuer kontrolliert werden. Diese Quartierbetreuer sollen als Ansprechpartner für die Gebäudeeigentümer und als Vermittler zur Behörde fungieren. Das dadurch entstandene enge Netzwerk zwischen Gebäudebesitzern/-nutzern, Betreuern beziehungsweise Quartierpaten, Fledermausspezialisten und den unteren Naturschutzbehörden ist entscheidend für einen effizienten und guten Fledermausschutz von Nordfledermaus und Kleiner Hufeisennase, aber auch aller anderen gebäudebewohnenden Fledermausarten.

Quartiere und Quartierbetreuer gesucht!

Sie haben Fledermäuse im Haus oder kennen ein Fledermausquartier in der Nähe? Vielleicht wollen Sie das Quartier sogar betreuen? Oder Sie haben grundsätzlich Interesse, Fledermausquartierpate zu werden? Dann melden Sie sich bei uns und wenden sich an einen der Ansprechpartner (siehe rechte Seite oder auf Mobilgeräten ganz unten)!

Wenn Sie eine Fledermaus bei sich beobachten oder im Gebäude gar ein Quartier beherbergen, verhelfen wir Ihnen gerne zur Artbestimmung. Gegebenenfalls können wir Sie auch an einen regionalen Fledermausbetreuer vermitteln.

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